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Wednesday, February 22, 2012 Search:  Go
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Tipps zur Vergesellschaftung von Meerschweinchen

Dr. Marion Reich, www.meerschweinchenberatung.at

 

Meerschweinchen sind Gruppentiere. Allerdings sind sie auch ausgeprägte Individualisten, die nicht jedes neue Partnertier sofort akzeptieren. Bei manchen Meerschweinchen ist viel Fingerspitzengefühl erforderlich, während andere Vergesellschaftungen sofort problemlos über die Bühne gehen. Und manchmal muss man sich auch damit abfinden, dass die Tiere einander einfach nicht leiden können.

 

Bei der Vergesellschaftung von Jungtieren läuft meistens alles glatt. Die Tiere verstehen sich häufig auf Anhieb gut. Es kann aber passieren, dass nach einigen Wochen bis Monaten des friedlichen Zusammenlebens doch heftiger Streit ausbricht. Die Jungen sind nämlich mittlerweile herangewachsen und machen sich die Rangordnung innerhalb der Gruppe aus.

Um einer Eskalation vorzubeugen, ist es wichtig, dass die Tiere möglichst viel Platz haben. Für zwei Meerschweinchen ist ein Käfig mit den Maßen von 1,20 x 0,6 m die Mindestgröße. Besser ist es, den Tieren mehr Platz zur Verfügung zu stellen. Auch der Einrichtung des Käfigs kommt große Bedeutung zu, da der Lebensraum der Meerschweinchen viele Versteckmöglichkeiten beinhalten sollte, aber auch genug Raum, um einander einfach einmal aus dem Weg gehen zu können, wenn der Haussegen gerade etwas schief hängt.

 

Schwieriger sind Vergesellschaftungen von erwachsenen Tieren. Nachdem Meerschweinchen aber nicht allein gehalten werden dürfen, stehen die meisten Halter irgendwann einmal vor dem Problem, dass ein Tier allein übrig bleibt, wenn das Partnertier verstorben ist.

Die einfachste Möglichkeit der Vergesellschaftung ist in diesem Fall das Zusammenbringen von einem Weibchen mit einem kastrierten (!) Bock. Beachten Sie dabei bitte, dass der Bock bis zu sechs Wochen nach der Kastration noch zeugungsfähig sein kann. Im Tierheim oder bei privaten Notstationen warten des Öfteren kastrierte Böcke auf ein neues Zuhause und können ein einsam zurückgebliebenes Weibchen sehr glücklich machen, auch wenn es nicht immer „Liebe“ auf den ersten Blick ist und es anfangs zu Streit kommen kann.

 

Bei der Vergesellschaftung von zwei erwachsenen Weibchen schaut die Sache schon etwas schwieriger aus. Wenn man Glück hat und sich die beiden Tiere auf Anhieb gut verstehen, ist die Vergesellschaftung problemlos. Beschließen die beiden Damen aber, einander nicht riechen zu können, kann es passieren, dass die dauerhafte Vergesellschaftung nicht funktioniert. Auch die Vergesellschaftung von älterem Weibchen mit einem Baby-Weibchen muss nicht von Erfolg gekrönt sein.

Zu einem erwachsenen Bock bringt man dagegen am besten ein Baby-Böckchen, wenn der ältere Bock auch bisher in reiner Bockhaltung gehalten wurde.

 

Vergesellschaftungen führt man immer auf möglichst neutralem Boden durch – und nicht im Käfig. Trennen Sie einen Teil eines Zimmers mit einem Zimmerfreilaufgehege ab und bieten sie Versteckmöglichkeiten, bei denen sich die Tiere nicht gegenseitig in die Enge treiben können, zum Beispiel Kuschelrollen. Der Boden wird mit einer urinundurchlässigen Schicht bedeckt und mit Tüchern ausgelegt.

Bei der ersten Begegnung sollte man unbedingt als neutraler Beobachter dabei sein. Es ist normal, dass Vergesellschaftungen laut ablaufen. Auch wildes Hinterherlaufen und Aufreiten ist zu beobachten. Haben Sie bitte Geduld! Eine Vergesellschaftung ist auch im besten Fall nicht innerhalb von zehn Minuten erledigt.
 
                                                      
Vergesellschaftungsfreilauf, erstes Kennenlernen noch mit Gittertrennung
 
                                           
Vergesellschaftungsfreilauf, ganze Gruppe

 

Sollten die Tiere wirklich aufeinander losgehen, ist ein schneller Sprüher sauberes Wasser aus dem Blumensprüher ein geeignetes Mittel, um die beiden Streithähne zu trennen. Greifen Sie bitte niemals mit den Händen zwischen Meerschweinchen, die gerade heftig aufeinander einbeißen!

 

Ein Eingreifen ist allerdings nur dann angezeigt, wenn die Tiere wirklich aufeinander losgehen und sich Verletzungen zufügen. Trennt man die beiden zu schnell, zieht man den Prozess des Kennenlernens und Abklärens der Rangordnung nur unnötig in die Länge oder gibt den Tieren unter Umständen gar keine Chance, ihre Streitigkeiten jemals beizulegen.

 

Herrscht im Zimmerfreilauf eine harmonische Stimmung, reinigt man den Käfig gründlich, ebenso alle Einrichtungsgegenstände, und richtet den Lebensraum am besten neu ein. So verhindert man, dass das alteingesessene Tier einen Heimvorteil hat und starkes Territorialverhalten zeigt. Bei einer gemeinsamen Mahlzeit kann man dann gleich testen, wie das neue Zusammenleben funktioniert.
 
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